Kornkreise in Nordhessen
von Roland Roth
Nachdem die Kornkreisthematik im Jahre 1992-1994 ihren Höhepunkt fand, schien es fast, als ob Kornkreise bzw. Piktogramme ein kurzweiliges Thema bleiben würden. In den Medien, allen voran das Fernsehen, wurde das Kornkreis-Phänomen nach kurzem Aufblühen - einer Euphorie gleich - sehr schnell als das Produkt gelangweilter Senioren und Studenten bezeichnet. Das Thema war durch und die Meinung in der breiten Öffentlichkeit war festgelegt. Doch dem ist nicht so. Das Phänomen existiert weiterhin und in diesem Jahr werden wir wohl wieder auf eine Menge Fragen und wenig Antworten stoßen. In Deutschland, wo die Erscheinungshäufigkeit von Kornkreis-Piktogrammen eher als zurückhaltend bezeichnet werden kann, begann das Mysterium im Jahr 1996 von neuem.
Wahrscheinlich in der Nacht von Sonntag auf Montag fand man am 01. Juli 1996 zwei große Kornkreise auf verschiedenen Feldern zwischen den nordhessischen Ortschaften Zierberg und Ehlen.
Die Vereinigung nordhessischer Paläo-SETI-Forscher konnte die ungewöhnlichen Strukturen erst am folgenden Samstag, den 06.Juli 1996, in Augenschein nehmen, als ie von einem Landwirt informiert wurden.
Wolfgang Ring, Teilnehmer unserer Vereinigung und wohnhaft in einem nahegelegenen Ort, führte als Ortskundiger am Samstag den 06. Juli 1996 Gisela Ermel, meine Freundin und mich erstmals zu den Kornkreisen. Am darauffolgenden Sonntag, den 07. Juli 1996, konnten meine Kollegen Ullrich, Krätzer, Wolfgang Ring und meine Wenigkeit am nahegelegenen Flughafen in Calden ein kleines, einmotoriges Flugzeug chartern und die aufgetretenen Kreisformationen aus der Vogelperspektive begutachten und fotografieren.
Unsere Recherchen ergaben folgende Bild: Der Abstand zwischen den beiden Kreisen beträgt ungefähr 75 Meter. Der erste in einem Phacelia-/Bienenweiden-Feld liegende Kreis hat einen Durchmesser von ca. 18 Meter und eine - wie in England häufig beobachtete - "schlüsselartige" Ausbuchtung.
Der zweite Kreis hat einen Durchmesser von 20 Metern und besitzt einen Ring mit einem Durchmesser von 22 Metern.
Die Kreisstrukturen sind überaus exakt und besitzen eine nahezu kreisförmige Charakteristika mit einem spiralförmigen "Fluß". Die Ränder scheinen sauber "geschnitten".
Interessanterweis sind die Halme wie ihre offensichtlich echten Gegenstücke in England in beiden Kreisen am Wurzelhals gebogen und nicht gebrochen, wobei sie an den Zellknoten ungewöhnliche Knicke aufweisen, die zeigen, daß die Halme anscheinend versuchen, wieder nach oben zu wachsen. Eine weitere bemerkenswerte Veränderung zeigt sich ebenfalls an den Zellknoten der sich in den Kreisen befindlichen Pflanzen. Diese sind abnorm vergrößert und dicker als bei unberührten Proben aus dem Feld.
Das Kreiszentrum liegt bei beiden Objekten nicht genau im Spiralzentrum, was oftmals bei nicht-gefälschten Kreismustern als Indiz für deren Echtheit angeführt wird. Eine weitere interessante Beobachtung zeigt sich im "Fluß" des Korns. Diese Piktogramme haben - wie viele offenkundig nicht-gefälschte Kornmuster - verschiedene Lagen. Solch ein Effekt ist bekanntermaßen schwer nachzuahmen.
Ein mitgeführter Kompaß zeigt keinerlei meßbare Anomalien. Es fanden sich bei beiden Kreisen keine Spuren üblicher mechanischer Einwirkungen, also keine Trampelspuren und kein von einem Stab hätte stammende Loch im Zentrum.
Eine interessante Bemerkung am Rande: die Kornkreispiktogramme liegen auf einer Linie zwischen zwei alten Kultplätzen. Zum einen der sogenannte Helfenstein und zum anderen das Kloster von Burghasungen. Am Kloster selbst befindet sich ein alter, unterirdischer Gang, der damals wohl von den Mönchen für heimliche Aktivitäten benutzt wurde. Also auch hier die Erkenntnis, daß viele Kornkreise in der Nähealter Kultplätze bzw. -stätten liegen. Sicherlich ein markanter Gesichtspunkt zur weiteren Forschung.
Bei der Besichtigung der Kreise trafen die Mitglieder unserer Gruppe auf Herrn Eckhard Weber. Herr Weber sagte uns, er sei von Beruf Vermessungstechniker und beschäftigt sich seit geraumer Zeit u. a. mit der Kornkreis-Thematik. Herr Weber hat seinen Angaben zufolge die Kreise seit dem 01. Juli 1996 mehrmals besucht, Proben entnommen und einem Bekannten, der bei einer Universität beschäftigt ist, zur weiteren Untersuchung mitgegeben, die Kornkreismuster exakt vermessen und diese am Freitag den 05. Juli 1996 mit einem gemieteten Flugzeug eines nahegelegenen Flugplatzes überfolgen.
Seine Untersuchungsergebnisse, inklusive interessantem Bildmaterial, hat er seinen Aussagen zufolge Herrn Michael Hesemann gesandt, damit ein bericht im grenzwissenschaftlichen Magazin 2000 veröffentlicht werden kann. Diesbezüglich sind wir natürlich auf weitere Ergebnisse gespannt.
Kreis 2 zeigt laut Herrn Weber eine leicht erhöhte Radioaktivität an. Wir hatten nicht die Möglichkeit, dies zu überprüfen bzw. zu verifizieren. Jedoch wies Herr Weber darauf hin, daß sein Geigerzähler sehr genau funktionieren würde.
Außerdem berichtete er von verschiedenen Personen, die die Kreise betraten und im Inneren über gemischte Gefühle berichteten, zum Teil klagten sie über Unwohlsein. Ich konnte diese Veränderungen jedoch nicht nachvollziehen.
Abschließend sei bemerkt, daß nicht darauf geschlossen werden konnte, daß es sich bei diesen Piktogrammen um Fälschungen handelt. Um weitere Fakten nennen zu können, bedarf es sicherlich weiterer Forschungen. Ob es sich um einen "hoax" handelt oder die Echtheit nachgewiesen werden kann, bleibt abzuwarten.