Das andere Weltbild:


Es mag im Rahmen der Mitteilungen der Giordano-Bruno-Gesellschaft sonderbar erscheinen, das Thema Esoterik anzusprechen, aber gerade der esoterische Bereich könnte für die Paläo-SETI-Forschung eine wahre Fundgrube an verschollenem Wissen darstellen: Wir müssen nur lernen den tieferen Sinn der Esoterik zu verstehen und dieser Sinn kann und darf nicht einseitig betrachtet oder beurteilt werden. Schon Aristoteles teilt seine Schriften beispielsweise in die esoterischen und exoterischen ein. Wobei er selbst diese Einteilung vornimmt, weil er glaubt, daß das einfache Volk nicht geeignet ist, die esoterischen Schriften zu verstehen. Diese Haltung tritt sogar noch Ernst Haeckel im Jahre 1899 entgegen indem er in seinem Buch "Die Welträtsel" schreibt, daß "zahlreiche treffliche Gelehrte der Ansicht sind, daß man diese höchsten und wertvollsten Ergebnisse der Wissenschaft für sich behalten müsse und nicht dem Volke preisgeben dürfe, weil dieses Mißbrauch damit treiben könne". Umdenken tut also not, denn diese Einstellung hat sich bis heute nicht geändert. Aber wofür kann Esoterik wirklich gut sein?


Wozu Esoterik?

von Horst Friedrich


Nach Umfragen erfreut sich die Esoterik in Deutschland großen Interesses. Esoterische Praktiken wie Meditation, Yoga oder Pendelbefragung sind weit verbreitet. Mitunter hört und liest man aber auch mißbilligende oder gar feindselig-ablehnende Gegenstimmen.

Was also ist davon zu halten? Ist Esoterik Mumpitz? Mitnichten!

Bei den Gegenstimmen handelt es sich nämlich so gut wie stets entweder um verständige Polemik, oder um unqualifizierte Pauschalurteile. Man gibt Urteile ab zu Dingen, bei denen man genaugenommen mangels praktischer Erfahrung gar nicht mitreden dürfte.

Was aber ist nun genau Esoterik? Man kann die Antwort auf diese Frage leichter nachvollziehen, wenn etwas weiter ausgeholt wird.

Es handelt sich um eine Parallelströmung, die (teils unter anderem Namen: Hermetik) unsere abendländische Kultur schon seit langer Zeit begleitet. Mitunter mehr quasi im Untergrund, oft aber auch unsere "offiziellen" Wissenschaften, und die jeweilige Schulmedizin, befruchtend.

"Väter" unserer Naturwissenschaft wie Kepler oder Newton, auch Paracelsus, der große Reformator der mittelalterlichen Medizin, waren im heutigen Sprachgebrauch typische Esoteriker.

Im Laufe der abendländischen Geschichte gab es allerdings hinsichtlich der Esoterik immer wieder gewisse Bedeutungs- und Schwerpunktsverlagerungen. Da dieser kleine Beitrag aber keine geschichtliche Abhandlung sein soll, soll uns hier nicht die Vergangenheit interessieren. Was also versteht man heute unter Esoterik?

Anstelle einer Definition füge ich hier zunächst einmal eine (wenigstens halbwegs vollständige) Auflistung von Themen bei, wie sie etwa auf "Esoterik-Tagen", bei Esoterik- und New Age-Forschung, Seminaren und Workshops, und in einschlägigen Buchhandlungen als zur Esoterik gehörend gehandelt werden. Kann man alles auf einen gemeinsamen Nenner bringen? Man kann es in der Tat!

Der gemeinsame Nenner ist das völlig anti-materialistische, spirituelle Weltbild. Das Weltbild der Esoterik hat, abgesehen von Details, allerstärkste Affinität zum Weltbild der östlichen Weisheitslehren (Hinduismus, Buddhismus, Taoismus), der Alchemie und des Schamanismus.

In dieser Sicht der Dinge ist das Universum ein in all seinen Teilen von Leben erfülltes Ganzes, in dem alles mit allem verbunden ist, nichts isoliert existiert, gewissermaßen eine Manifestation allgegenwärtigen kosmischen Bewußtseins.

In diesem Weltbild hat der Geist Vorrang vor der Materie, können also auch Gedankenkräfte materielle Wirkungen hervorbringen.

Selbstredend ist damit ein gewisser "fruchtbarer Gegensatz" zwischen der Esoterik einerseits und der materialistischen Schulnaturwissenschaft vorprogrammiert. Das ist aber bei Leibe kein Unglück, sondern im Gegenteil eine große Chance!

Es ist ja nämlich inzwischen kein großes Geheimnis mehr, daß Naturwissenschaft und Schulmedizin heute aufgerufen sind, ihr Weltbild zu weiten und das Immaterielle, ganz besonders das menschliche Bewußtsein, mehr in ihre Betrachtung einzubeziehen. Es ist dem Menschen weit mehr möglich, als man gemeinhin denkt.

In diesem Sinne beantwortet sich nun auch unsere Titel-Frage. Die Esoterik stellt unsere große Chance dar, das uns gewissermaßen verkrüppelte Weltbild zu überwinden und uns selbst, und unsere Erde zu heilen. Indem wir im Sinne des "heiligen-magischen" Weltbildes der Esoterik zu denken beginnen.

Stürzen wir uns also getrost in die Esoterik! Wenn wir ehrliche Motive haben, und uns neben unserer Intuition auch auf unseren gesunden Menschenverstand verlassen, werden wir kaum in die irre gehen und unser Abenteuer nicht zu bereuen haben. Ganz im Gegenteil!


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