Evolution, Schöpfung oder Würfelspiel?
von Dieter Vogl
Obwohl die Wissenschaft die Evolutionstheorie als Heilige Kuh betrachtet, die unter keinen Umständen angetastet oder gar geschlachtet werden darf, scheint gerade jetzt die Zeit reif dafür zu sein. Zumindest müssen wir beginnen umzudenken, denn das Wissen von heute und nonkonformistische Bücher wie "Darwins Irrtum" oder "Das Darwin-Komplott" haben, auch wenn die Rückschlüsse, die in diesen Büchern getroffen wurden, nicht immer auf den ersten Blick realistisch erscheinen und überdies auch nachweislich viele sachliche Fehler enthalten, so manches liebgewordene Weltbild ganz erheblich ins Wanken gebracht. Wodurch sich wiederum immer mehr Menschen dazu veranlaßt sehen, sich zu fragen, wie das Universum, die Welt, das Leben und der Mensch wirklich entstanden sind. Die Frage, die dabei sowohl bei Wissenschaftlern als auch bei Theologen und sogar bei Nonkonformisten ständig im Vordergrund steht, ist einfach formuliert: Gab es am Anfang eine Schöpfung oder gab es eine Evolution?
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Darwinkarikatur um 1874 |
Eine brisante Fragestellung, insbesondere deshalb, weil wir sie nicht beantworten können, ohne sie zu präzisieren. So müssen wir uns in diesem Zusammenhang folgende Fragen stellen:
Diese Fragen werden heute insbesondere deshalb wieder relevant, weil wir allerorts feststellen können, daß sich die Natur nicht vollkommen eigenständig und schon gar nicht aus innerem Drang, im Sinne wissenschaftlicher Postulate und Darwinscher Regeln, weiterentwickelt. Kein Wunder also, wenn seit dem Bestehen der Evolutionstheorie immer wieder von ihrer Krise und gelegentlich sogar von ihrer Ohnmacht gesprochen wird. Muß es da nicht, sozusagen als Alternative, eine Schöpfung gegeben haben?
Diese Fragen sind mehr als berechtigt: Denn das wissenschaftlich postulierte Ziel der Evolution, die ständige und unaufhaltsame Weiterentwicklung und Vervollkommnung von Lebewesen, die bislang nach wissenschaftlichem Dafürhalten über viele Jahrmillionen zum Menschen geführt haben soll, ließ sich ganz einfach noch niemals durch wissenschaftlich erbrachte Indizien einwandfrei verifizieren. Diese Diskrepanz wurde bereits von den ersten Gegnern der Evolutionstheorie erkannt. Oscar Hertwig schreibt beispielsweise in diesem Zusammenhang schon 1916: "In dem Bestreben, über die Erfahrung hinaus die Entwicklung der Organismen zu begreifen, scheiterten die Evolutionisten an der Unzulänglichkeit ihrer Beobachtungsmittel und an der Unmöglichkeit, eine Antwort auf eine Frage zu finden, welche für den Stand des Wissens damaliger Zeit noch nicht reif war. In dieser Beziehung sind sie uns ein lehrreiches Beispiel, daß sich Naturverhältnisse, solange sie für Beobachtungen und Experiment gleich unzugänglich sind, nicht einfach durch Spekulation philosophisch erfinden lassen".
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Wie diese Karikatur aus dem Jahre 1871 beweist, machten die Menschen Darwin zum Vorwurf, daß er behauptete, sie würden vom Affen abstammen. Besonders Theologen griffen ihn an. Derweil hat Darwin, daß beweist sein Buch "Die Abstammung des Menschen", dies nie in diesem Zusammenhang behauptet. Urheber dieser Ansicht waren unter anderem die Naturphilosophen Haeckel und Weismann. |
Dieser Vorwurf, der offensichtlich gegen die Machenschaften einiger führender Wissenschaftler gerichtet war, trifft auch heute noch zu. Heute noch werden von der Wissenschaft spitzfindige Schlagwörter erfunden, um mit fragwürdigen Szenarien die Evolutionstheorie stützen zu können. Und weil sogar die modernen Schlagwörter die Evolutionstheorie nicht realistischer machen, gehen bereits viele Wissenschaftler wieder dazu über, wie es schon Darwin tat, mit dem Faktor Zufall zu argumentieren.
Zu diesen Wissenschaftlern gehört beispielsweise auch der Nobelpreisträger Jacques Monod. Er behauptet ebenfalls, ohne jedoch den Beweis dafür anzutreten, daß das Leben seine Entstehung ausschließlich dem Zufall verdankt. Jacques Monod, der ein ausgesprochener Evolutionist ist, spricht in diesem Kontext davon: "Das Universum trug weder das Leben, noch trug die Biosphäre den Menschen in sich. Unsere Losnummer kam beim Glücksspiel heraus."
Und Jacques Monod steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Auch Professor Heinz Haber, der ebenfalls ein eingefleischter Anhänger der Evolutionstheorie war, war offenbar der gleichen Ansicht, denn auch er behauptet in seinem Buch "Die Zeit" spekulativ, daß das Leben ein Resultat eines "immerzu ablaufenden gigantischen Würfelspiels" ist.
Bildnachweis: "Wirbeltiere im Überblick" von E. Roger, Heidelberg 1989 |
Zwar ist es richtig, daß ca. 98% des menschlichen Erbguts mit dem der Menschenaffen (Schimpansen) identisch ist, aber die restlichen 2% haben ausgereicht, um derartig drastische Veränderungen, alleine im Phänotypus zu bewirken. Da dies mit dem Darwinschen Schlagwort "Zufall" nicht mehr erklärt werden kann, sehen viele Wissenschaftler hinter der Gesamtheit aller natürlichen Phänomene bereits wieder als Ursache die ordnende Hand eines Schöpfers. Die Frage ist nur: Ist dieser Schöpfer transzendenter oder realer Natur? |
Aber nicht alle Wissenschaftler wollen die Entstehung des Lebens ausschließlich dem Zufall zuschreiben. Eine solche gegenteilige Ansicht vertrat beispielsweise jemand, dessen Stimme hohes Ansehen besaß und der deshalb nicht gut überhört werden konnte: Albert Einstein. Er, der nüchterne und abgeklärte Mathematiker, wollte vom Faktor Zufall nichts wissen und erklärte deshalb: "Gott würfelt nicht". Glaubte er doch, "Gott in den einfachen, unabänderlichen Naturgesetzen zu erkennen". Mit dieser, für einen rational denkenden Wissenschaftler etwas sonderbar erscheinenden Aussage, konnte er sich sogar auf einige seiner großen Vorgänger berufen. Aus Newtons Sicht hatte Gott am Anfang die Masseteilchen, die Kraft zwischen ihnen und die Grundgesetze der Bewegung geschaffen. Auf diese Art wurde das gesamte Universum in Bewegung gesetzt. Es läuft seitdem wie eine Maschine, gelenkt von unabänderlichen Gesetzen ab.
Einstein war nicht der letzte große Wissenschaftler, der sich vorsichtig zu seinem Glauben an die Existenz Gottes und eines göttlichen Planes hinter der Schöpfung bekannte. Auch der Physiker Paul Davies oder der Astrophysiker Robert Jastrow gehört zu ihnen. In seinem Buch "God and the Astronomers" schreibt Jastrow hierzu etwas ironisch: "Für den Wissenschaftler, der im Glauben an die Macht der Vernunft gelebt hat, endet die Geschichte wie ein schlimmer Traum. Er hat die Berge der Unwissenheit erklommen und ist gerade dabei den höchsten Gipfel zu erstürmen, und wie er sich so über den letzten Felsen nach oben zieht, wird er von einer Gruppe Theologen begrüßt, die dort schon seit Jahrhunderten sitzen."
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Glauben wir der Wissenschaft, dann soll
der Vergleich der verschiedenen Primatenschädel den Nachweis erbringen,
daß es eine gemeinsame Abstammung von Menschen und Affen gab. Tatsache
ist jedoch, daß der Nachweiseiner Entwicklung nicht nur schwierig ist,
sondern sich, vom derzeitigen Stand der Forschung ausgehend, als
vollkommen unmöglich darstellt.
Einige Wissenschaftler haben dies längst erkannt und so heißt es im Buch "Biologie heute" (Schroedel, Hannover 1990, Seite 323): "Wenn wir allerdings nur Ähnlichkeiten im Bau zur Beurteilung heranziehen, kommt es leicht dazu, daß oberflächliche Merkmalsübereinstimmungen eine Verwandtschaft vortäuschen, die nicht vorhanden ist." |
Robert Jastrow vergißt aber in seinem Sarkasmus auch nicht hinzuzufügen, wie die Fachwelt über jene Wissenschaftler denkt und urteilt, die eine bewirkende Kraft hinter den kosmischen Ursachen voraussetzen. Jene Wissenschaftler, die ein höheres Wesen hinter den kausalen Abläufen erkannt haben wollen, stehen offenbar bei ihren Kollegen nicht hoch im Kurs. Im oben genannten Buch schreibt er deshalb etwas resignierend: "Wenn ein Astronom über Gott schreibt, gehen seine Kollegen davon aus, daß er entweder seine beste Zeit hinter sich hat oder am Überschnappen ist."
Daß die Evolutionstheorie im Grunde genommen selbst eine äußerst fragwürdige Erklärung für die Entstehung und den Fortbestand des Universums ist und gelegentlich der Eindruck entsteht, die Verfechter dieser These hätten ihrerseits den Verstand verloren, übersehen sie. In diesem Sinne ist es beispielsweise vollkommen unverständlich, wie eine solch abenteuerliche Idee, wie sie der Faktor Zufall im Rahmen der Evolutionstheorie darstellt, in die wissenschaftliche Forschung überhaupt Einzug halten konnte. Die Wissenschaft, die doch ausschließlich von Empirie und Rationalität bestimmt werden sollte, setzt ganz offensichtlich im Umfang dieser Theorie den Glauben, besser gesagt das Fürwahrhalten, über das Wissen. Aber offensichtlich sind viele und ausgezeichnete Wissenschaftler der Ansicht gewesen, was auch heute immer noch eindeutig zutrifft, daß die Entstehung des gesamten Lebens mit einer auf einem Zufall beruhenden Trefferquote identisch ist. Sie glauben, daß das Leben, gleichsam durch wundersame Fügung, bei einer Art kosmischen Roulettes entstand. Wobei sie davon ausgehen, daß die Natur ständig experimentiert, um unaufhörlich neue Lebensformen zu kreieren. Das Dumme ist dabei nur, daß dieses Postulat nichts anderes als ein erdachtes, noch niemals beobachtetes Szenario darstellt. Bewiesen wurde es jedenfalls noch nie! Alles was mit der Evolutionstheorie zusammenhängt, dies muß man sich ständig vor Augen halten, ist auch heute noch reine Spekulation. Professor Paul Davies von der Universität Adelaide schreibt deshalb: "Ich kann einfach nicht glauben, daß wir unsere Existenz im Universum nur einer Laune des Schicksals verdanken, einem Zufall der Geschichte, einer beiläufigen Abweichung im großen kosmischen Drama. Dazu ist unsere Verwicklung zu innig."
Wäre das Leben wirklich das Resultat eines Würfelspiels, dann wäre das irdische Leben aber ganz gewiß, obwohl wir davon ausgehen dürfen, daß die Entstehung von Leben in den Weiten des Kosmos nicht einmalig ist, zur Einmaligkeit verdammt. Dies ist jedoch eine total antiquierte, offensichtlich auf einer theologischen Meinung basierende wissenschaftliche Ansicht, die leider auch heute noch weit verbreitet ist. Sie ist augenscheinlich als Referenz an jene dunklen Zeiten zu betrachten, in der man noch auf obersten klerikalen Befehl glauben mußte, die Erde würde den Mittelpunkt des Kosmos darstellen. Und der Mensch, quasi als Krone der Schöpfung, würde an der Spitze des Lebens stehen. Man möchte doch meinen, was leider ein Irrtum ist, daß zumindest in den gebildeten Kreisen der Wissenschaftler diese verstaubte Betrachtungsweise der Vergangenheit angehören würde.
Alleine den Gedanken, daß der Zufall für die Entwicklung des Lebens ausschlaggebend wäre, überhaupt in der wissenschaftlichen Forschung zu erwägen, ist abwegig. Er zeigt aber recht deutlich, wie ratlos die Wissenschaft bei der Frage ist, wie das Leben letztlich wirklich entstand. Die Evolutionstheorie, die durch die fragwürdigen Faktoren der Selektion, Mutation und Modifikation, ganz besonders aber auf dem Ereignis des Zufalls aufgebaut ist, kann die Entstehung des Lebens mit solchen Prinzipien jedenfalls nicht erklären.
Spiritus rector dieser damaligen und auch derzeitig immer noch aktuellen Denkweise, soll Charles Darwin mit seinen beiden wichtigsten Schriften "Die Entstehung der Arten" und "Die Abstammung des Menschen" gewesen sein. Wobei in der zweiten Schrift vornehmlich theologische Fragen behandelt werden, insbesondere wird der biblische Schöpfungsbericht hinterfragt. Hierbei müssen wir uns jedoch vor Augen halten, auch wenn viele Wissenschaftler und Nonkonformisten darüber heute ganz anders denken, daß Darwin nicht alleine Initiator dieses abstrusen Evolutionsdenkens war. Urheber war mit Sicherheit Lamarck und ebenso zeichnen Charles Lyell, Joseph Hooker, Asa Gray und natürlich Thomas Huxley, der neben Herbert Spencer (dem Philosophen des Evolutionismus) einer der wichtigsten Vertreter des englischen Agnostizismus war, dafür als mitverantwortlich. Sie waren, dies ergibt sich signifikant aus der Literatur, Zeit ihres Lebens die verschworenen Mitstreiter Darwins. Wobei nicht Darwin, dies sei betonend angemerkt, sondern Lamarck eindeutig sein Vorgänger und eigentlicher Vater der modernen Evolutionstheorie war.
Vor allem aber August Weismann mit seinem Buch "Die Allmacht der Naturzüchtung" und Ernst Haeckel mit seinem Werk "Natürliche Schöpfungsgeschichte", die selbst nicht zu Darwins engerem Kreis gehörten, trugen in erheblichem Maße dazu bei, daß die moderne Evolutionstheorie und der Darwinismus verbreitet wurden. Professor Haeckel, der in London persönlich Darwin, Lyell und Huxley kennenlernte, war beispielsweise der einzige Schriftsteller, welcher zur Zeit des Erscheinens des vorliegenden Werkes ["Die Abstammung oder der Ursprung des Menschen"] den Gegenstand der geschlechtlichen Zuchtwahl seit der Veröffentlichung der "Entstehung der Arten" besprochen und die volle Bedeutung desselben erkannt und erörtert hatte: er hat dies in seinen verschiedenen Arbeiten in sehr umsichtiger Weise getan. Ein Umstand, den ihm Darwin zeitlebens sehr hoch anrechnete.
Aber obwohl Darwin und seine Freunde glaubten und dementsprechend auch verbreiteten, daß sich die Evolution ausschließlich durch Selektion und Zufall zusammensetzt, betrachtete doch insbesondere Darwin, der ja mit dem Bakkalaureus-Examen berechtigt war den Berufsstand eines Geistlichen in der Anglikanischen Kirche zu ergreifen, einen Schöpfer als zwingend notwendig. Insofern kam er nicht umhin, einen Gott als bewirkende Ursache des Ganzen zu betrachten. So vertrat er beispielsweise die Überzeugung, "daß das Leben mit seinen mannigfaltigen Kräften vom Schöpfer ursprünglich nur wenigen Formen oder gar nur einer eingehaucht worden ist..."
Offenbar lebte "in ihm nicht der geringste Zweifel an der Bibel", und aus allen seinen Schriften wird immer wieder sehr deutlich, daß er davon überzeugt war, daß "die Theorie der Evolution nicht ohne weiteres die Anerkennung eines göttlichen Daseinsgrundes ausschließt."
Seine These, was natürlich heute von der Wissenschaft nicht mehr zugegeben wird, stand deshalb in hohem Maße im Einklang mit der biblischen Schöpfungsgeschichte. Mit dieser Einstellung war er aber damals nicht unbedingt ein Außenseiter, sondern er ging damit durchaus konform mit vielen anderen Wissenschaftlern seiner Zeit. Darwin mußte sich jedoch, was er immerhin widerwillig tat, trotzdem vollkommen neu orientieren. In der Hauptsache als Wissenschaftler, der in der Fachwelt ernst genommen werden wollte, war er gezwungen, sich für die eine oder andere Seite zu entscheiden, denn Darwin lebte in einer Epoche des Widerspruchs gegen jede Art von klerikaler Bevormundung. Und weil die andere Seite damals im Aufwind war, mußte er dem biblischen Schöpfungsbericht, zumindest offiziell, abschwören, denn die Vertreter der Präformationstheorie wurden für phantastische und durch religiöse Vorstellungen beschränkte Köpfe erklärt. Das Urteil ist bei Berücksichtigung der Zeitlage und des Zustandes der biologischen Forschung ein ungerechtes. Die Forscher, die so urteilen, übersehen, daß die hervorragendsten Gelehrten ihrer Zeit, ein Marcellus Malpighi, ein Swammerdam, Spallanzani, Haller, Leeuwenhoek, Leibniz, Bonnet u. a. Evolutionisten gewesen sind. Daß ihre Lehre sich im Einklang mit der biblischen Überlieferung befand, kann ihnen in einer Zeit, welche noch von christlich-religiösen Vorstellungen in tiefer Weise beeinflußt wurde, gewiß nicht zum Vorwurf gemacht werden. Dies ist eine wichtige Aussage, denn sie belegt, daß die Texte der Bibel, was heute leider kein Wissenschaftler mehr wahrhaben will, in hohem Maße eigentlich bei allen Evolutionisten in die damalige Forschung einflossen und wie es die Werke dieser ersten Evolutionisten deutlich belegen, sehr erfolgreich ausgewertet wurden.
Die ersten Evolutionisten standen also mit ihrer Arbeit auf dem Boden der biblischen Überlieferungen. Die meisten von ihnen sahen es als Tatsache an, daß die Evolution und die Schöpfung – selbstredend dabei natürlich auch ein Schöpfer – untrennbar miteinander verbunden sind. Caspar Friedrich Wolff schreibt beispielsweise bereits in seinem Werk "Theoria generationis" von 1759 über die Evolution, "daß eine Evolution ein Phänomen ist, welches seinem Wesen nach gleich bei der Schöpfung von Gott erschaffen" wurde. Womit er sich ebenfalls im Einklang mit jenen Gegnern der Entwicklungslehre befand, die gegen eine natürlich ablaufende, also gegen eine dynamische Evolution argumentieren. Damit gehörte er zu jenem Kreis, der stattdessen für die Überzeugung eintrat, die beispielsweise heute noch von Professor Werner Gitt vertreten wird, daß Gott, mittels künstlich eingeleiteter Evolution, seine Schöpfung durchführte.
Für viele moderne Wissenschaftler kommen wir aber mit solchen Annahmen und Aussagen wieder in einen fragwürdigen Bereich, der den Anfang allen Seins mit einem schöpferisch tätigen, jedoch transzendenten Gott verbindet. Eine für sie unannehmbare Ausgangssituation, die es mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt. Dennoch stellten sich gerade die genialsten Köpfe der Wissenschaft, wie beispielsweise Isaac Newton oder Albert Einstein, immer wieder die Frage: Woher all die Ordnung und Schönheit, die wir in der Welt sehen, kommt oder wie Gott diese Welt erschaffen hat. Andere, wie Sir John Eccles, stellen sogar resignierend fest, daß, wohl deshalb weil die Evolutionstheorie keine Antworten bietet, jedes Selbst eine göttliche Schöpfung ist. Und Leibniz resümiert: "In der Natur gibt es einen Grund dafür, daß etwas existiert und nicht nicht-existiert." Für viele Wissenschaftler ist dieser Grund, daß etwas existiert, eben mit einem transzendenten Gott identisch, weil sie keine Antworten auf die Entstehung des Seins in der Evolutionstheorie finden.
Kommen wir nochmals zurück zu Darwin. Er selbst gehörte offensichtlich auch zu diesen Evolutionisten, die glaubten, daß das gesamte Sein seine Existenz dem planmäßigen Vorgehen eines Schöpfers verdankt. Dabei postulierte er sogar, was der Selektionstheorie zu widersprechen scheint, daß Gott eine Schöpfung durchführte, die nicht von der Evolution geprägt, sondern von der Konstante bestimmt wird. Er schreibt beispielsweise im Bezug auf die Pferderassen: "Was mich betrifft, so blicke ich getrost über Tausende Generationen zurück und sehe ein Tier, das wie ein Zebra gestreift, wenn auch sonst anders gebaut ist, als den gemeinsamen Stammvater sowohl unseres Hauspferdes wie des Esels, des Hemionus, des Quaggas und des Zebras. Wer da glaubt, daß alle Pferdearten unabhängig voneinander erschaffen wurden, wird vermutlich sagen, daß eben jede Art mit der Tendenz, sowohl im Naturzustande wie in der Domestikation zu variieren, erschaffen worden sei, und daß sie deshalb oft wie die anderen Arten derselben Gattung gestreift würden; daß ferner jede mit der starken Tendenz erschaffen worden sei, bei einer Kreuzung mit Arten aus den entferntesten Erdgegenden Bastarde zu erzeugen, die in den Streifen nicht ihrer eigenen Eltern, sondern anderer Arten derselben Gattung gleichen. Dieser Ansicht huldigen, heißt aber meines Erachtens eine reale Ursache für eine unreale oder wenigstens unbekannte opfern. Sie würdigt die Werke Gottes zu Trug und Täuschung herab;..." Mit anderen Worten: Darwin betrachtete den biblischen Schöpfungsakt, ebenso wie den darin geschilderten Schöpfer, als eine reale Ursache des Seins und offensichtlich ging er davon aus, daß der Gott der Bibel nur ganz wenige Arten erschuf, aus denen sich dann letztlich alle anderen Arten entwickelten.
Aufgrund der Prämisse, daß ein Schöpfer offenbar auch im Rahmen des Darwinismus zwingend nötig ist und selbst Darwin seine These offensichtlich auf der Grundlage des biblischen Schöpfungsberichtes aufbaute, müssen wir uns doch fragen, warum die moderne Wissenschaft diesen Aspekt vollkommen unbeachtet läßt. Darwin betrachtet, wie im übrigen alle seine Nachfolger, die Entstehung der Bausteine des Lebens, die Zellen, vor allem deshalb als Resultat einer biblischen Schöpfung, weil ihm die Evolutionstheorie offensichtlich keinen einzigen Beweis für die Richtigkeit seiner Annahme lieferte. Und auch das moderne Wissen von heute deutete nicht darauf hin, daß das Leben vollkommen eigenständig, beispielsweise durch Urzeugung, entstand. Ja die Wissenschaftler seiner Zeit mußten sogar kleinlaut zugeben, daß es eine Urzeugung, die wir als Voraussetzung für eine natürliche Evolution betrachten müssen, niemals gegeben haben kann.
Es mußte also einen Schöpfer geben. Aber Darwin selbst wagte es zu seiner Zeit nicht öffentlich auszusprechen, daß er Gott als diesen Schöpfer betrachtete. Eine konkrete Antwort auf die Frage, ob ein Schöpfer bei der Evolution beteiligt war, gab Darwin somit zwar nicht, aber diese gaben dafür die Kreationisten. Und in deren Lager, dies ergibt sich ebenfalls sehr genau aus seinen Schriften, wollte Darwin schon überhaupt nicht wechseln, denn die Interpretation der Bibel durch die Geistlichen, obgleich er fest an die biblische Schöpfungsgeschichte glaubte, "ist eines natürlichen Todes gestorben", als er "beim Verlassen von Cambridge als Naturforscher an Bord der »Beagle« ging".
Unter den Voraussetzungen, daß bis heute noch kein Beweis für die Evolutionstheorie vorliegt und es ebensogut eine Schöpfung im Sinne der Kreationisten gegeben haben könnte, muß man sich doch ernsthaft fragen, warum die Wissenschaft immer noch an dieser mehr als fragwürdigen These der Evolution festhält. Die Antwort darauf ist meiner Ansicht nach einfach: Die alten Zeugungsthesen, allen voran die Theorie der Panspermie von Buffon und Oken oder die Hypothese der Epigenesis von Wolff, sind eigentlich keinen Pfifferling wert. Selbst mit den merkwürdigsten Zusatzhypothesen, die allerdings in Teilbereichen oftmals durchaus folgerichtig sein können, werden sie aus wissenschaftlicher Sicht nicht annehmbar. Würde man also die Evolutionstheorie für ungültig erklären, würde sich wiederum die Frage stellen, wie das Leben auf der Erde wirklich entstand. Letztlich bliebe dann, wir drehen uns im Kreis, nur noch eine Schöpfung im Sinne der biblischen Schöpfungsgeschichte übrig. Eine Schöpfung setzt jedoch, gewissermaßen als Grundbedingung, einen Schöpfer zwingend voraus. Aber gerade dieser Gedanke ist für die wissenschaftlichen Kreise von heute unannehmbar, weil man damit, so sieht es zumindest die moderne Wissenschaft, übernatürliche Ursachen heranziehen würde.
Doch müssen wir, wenn der Mensch einmal nicht gleich alles auf Anhieb verstehen kann, immer gleich übernatürliche Kräfte hinter einem Geschehen vermuten? Könnte es nicht sein, daß sich die Schwierigkeiten, mit denen sich die Wissenschaft im Rahmen der Evolutionstheorie abmühen muß, in Luft auflösen, wenn wir endlich beginnen, nach alternativen Möglichkeiten zu suchen? Könnte es nicht sein, daß Gott, so wie es schon Caspar Friedrich Wolff vermutete und wie es heutzutage wieder aufs neue Professor Werner Gitt in seinem gleichnamigen Buch annimmt, vielleicht sogar doch durch Evolution schuf?
Im ersten Moment können wir keine dieser Fragen mit absoluter Sicherheit beantworten. Aber gerade die Wiederauferstehung einer anti-darwinschen Haltung, von der Wissenschaftler und Nonkonformisten zur Zeit in gleicher Weise ergriffen sind, zeigt deutlich, daß die Frage, ob es eine Evolution gibt oder ob das Leben durch Schöpfung entstand, dringender denn je einer umfassenden Antwort bedarf, denn die geniale Konstruktion des Universums verlangt nach einer tieferen Erklärung als sie uns zur Zeit von der Wissenschaft angeboten wird.
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