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Viele Ansichten kursieren
im Zusammenhang mit dem Sauriersterben durch die Wissenschaft. Die einen
sind der Ansicht, die Giganten der Vorzeit starben durch einen
gigantischen Meteoriteneinschlag. Andere glauben, die Saurier gingen
dadurch zugrunde, weil ihre Gene sich nicht an verändernde
Umweltbedingungen anpassen konnten. Auch Bernd Niels, Autor der
Zeitschrift "Sterne und Weltraum", hat seine eigene Ansicht.
Ihm erscheint die Theorie des Meteoriteneinschlags am plausibelsten.
Hier nennt er uns seine Gründe:
Sauriersterben von Bernd Nies
Die Erde sammelt auf ihrem Weg um die Sonne tagtäglich mehrere Tonnen an interplanetarischem Material (Staub, kleine Gesteins- und Metallpartikel, bis zu größeren Brocken) ein. Das meiste davon verglüht als Sternschnuppe am Himmel. Einige größere schaffen es auf die Erdoberfläche und erzeugen Krater (z. B. der bei Flagstaff, Arizona/USA oder das Nördlinger Ries in Deutschland). Sieht man sich die anderen Planeten und Monde im Sonnensystem an, besonders jene, die keine Atmosphäre und Erosion besitzen, so sind die von Kratern nur so übersät (z. B. Mond und Merkur). Der Gedanke, daß die Erde in der Vergangenheit keine Kollision mit einem Kometen oder Asteroiden hatte, die anderen Planeten und Monde schon, ist somit ziemlich unwahrscheinlich. Einer Theorie nach soll der Mond durch eine Kollision der Erde mit einem etwa marsgroßen Asteroiden entstanden sein. Asteroid soll dabei einen Teil der Erdmasse in eine Umlaufbahn geschleudert haben. Gesteinsproben des Mondes zeigen eine ähnliche Zusammensetzung wie das Gestein der Erde, was dieser Theorie eine Bevorzugung gegenüber jener gibt, nach der die Erde den Mond durch Gravitationskraft eingefangen haben soll. Ein Einschlag des Meteoriten in Yucatan war nicht die primäre Ursache für das Sauriersterben. Ich glaube kaum, daß dadurch eine derart große Flutwelle verursacht wurde, daß sie alles Leben von den Kontinenten weggespült haben soll. Dies ist unwahrscheinlich. Der Grund war der durch den Einschlag aufgewirbelte Staub, der Jahrzehnte, evtl. Jahrhunderte oder länger in der Stratosphäre verblieb, das Sonnenlicht minderte und dadurch eine drastische Klimaveränderung verursachte. Das Klima würde kälter (Stichwort: nuklearer Winter), weniger Vegetation wuchs und die großen Reptilienkolosse konnten sich weniger darauf einstellen. Nur wenige Arten der Reptilien überlebten (Echsen, Schlangen, Vögel). Ein weiteres Indiz, welches diese Theorie bestätigt ist das erhöhte Vorkommen an Iridium in den Gesteinsschichten vor 65 Millionen Jahren über die ganze Erde verteilt. Iridium ist ein schweres Metall, das auf der Erde selten, in Asteroiden aber relativ häufig vorkommt. Ob der Einschlag eines Meteoriten Auswirkungen auf die Erdkruste, die Rotationsachse oder die Umlaufbahn haben kann, hängt von der Größe des einschlagenden Körpers ab. Wie groß ein Meteorit sein muß, daß er die Erdkruste durchschlägt, weiß ich nicht, dies läßt sich aber berechnen. Ebenfalls wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines künftigen Einschlages ist. Wann dies der Fall sein wird ist eine andere Frage. Zeitungsmeldungen über einen kürzlich entdeckten Asteroiden, der die Erde in X Jahrzehnten treffen wird, sind nicht ernstzunehmen. Die Bahn eines Asteroiden ist so labil, daß sie schwer über einen längeren Zeitraum hinaus berechenbar bleibt. Ob dann die Menschheit die technischen und finanziellen Mittel und vor allem die politische Einigkeit besitzt, einen drohenden Einschlag abzuwenden, ist fraglich. Körper auf Kollisionskurs mit der Erde, welche die Einschlagskraft zur Vernichtung einer ganzen Großstadt besitzen, können nur so kurzfristig erkannt werden, daß der Zeitraum zu kurz ist, ein Abwehrprojekt (z. B. Detonation einer Nuklearbombe) zu verwirklichen. |
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