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»La cometa per tutti« Hale-Bopp von Dieter Vogl |
26. März 1997
Wir, daß heißt zwei Schulklassen, eine Anzahl Studenten aus Pisa und Florenz, eine Hand voll Hobbyastronomen und sogar einige interessierte Touristen, die sich mehr oder weniger zur Piazzale Zara in Viareggio verirrt haben, finden uns pünktlich um 19.30 auf der Terrazza della Repubblica ein, um den angekündigten Kometen Hale-Bopp zu bewundern. Jedoch, wie so oft kommt alles ganz anders. »Der Komet für alle«, wie er laut Prospekt der G.A.V., der Gruppo Astronomico Viareggio, angekündigt wurde, verbirgt schamhaft sein Gesicht vor unseren neugierigen Blicken. Der Grund ist einfach: Von Genua bis Livorno und vom Tirrenischen Meer bis zu den Apuanischen Alpen hat sich eine undurchdringliche Wolkenbank wie ein nachtschwarzer Schleier zwischen uns und den Kometen geschoben. Nur gelegentlich, und zudem auch nur für wenige Sekunden, reißt die tiefdunkle Masse kondensierten Wassers auf und gibt dann den Blick zum sternenbehangenen Nachthimmel frei. Viel zu kurz um einen Blick vom Kometen zu erhaschen und seinen, wie man so hört, phänomenalen Anblick richtig würdigen zu können. Vielleicht hätten wir alle, um sich einen Weg zu ersparen, die Hilfe von Meteorologen in Anspruch nehmen sollen, denn dann hätten wir das Wetter und die Sichtbarkeitswahrscheinlichkeit des Kometen gekannt.
In dieser Zeit des Wartens und Hoffens erkennt man wie ausgeliefert der Mensch im wahrsten Sinne des Wortes dieser unberechenbaren Natur wirklich ist. Seine ganze Technik ist nutzlos wenn sich die Urgewalten gegen ihn zu verschwören scheinen. Kein Teleskop kann diese immer dichter werdende Wolkenwand durchdringen. Keines der aufgestellten TAL-Hochleistungs-Newton-Teleskope mit ihrer stattlichen 150 Millimeter-Optik konnte dies ändern. Selbst das leistungsfähige und kompakte Intes Micro Alter M-603 mit hochkorrigierender Optik und optimierten Innenblendensystem, war im wahrsten Sinne des Wortes vollkommen nutzlos.
Wir sind alle etwas enttäuscht: um so mehr, weil der Komet gerade an diesem Tag, zumindest hier im italienischen Viareggio, seine maximale Leuchtkraft von ca. -1.0 Magnitudo zeigen und demnach noch heller als der Komet Hyakutake werden soll, bevor er im Juni dem Sonnensystem und damit auch dem Planeten Erde, auf seiner langen Odyssee durch das All den Rücken kehrt. Wenn er dann, - viel zu lange für ein Menschenalter -, im Jahre 4377 für Menschenaugen wieder sichtbar sein wird, wird nichts mehr so sein wie es heute ist. Selbst der interessante Diavortrag über Kometen, der den Abend retten sollte, kann unsere Frustration nicht lindern. Doch, noch gibt es einige Chancen den Kometen mit eigenen Augen zu sehen.
08. April 1997
Trotz meines letzten Reinfalls in Viareggio habe ich mich wieder am verabredeten Treffpunkt der „Sternengucker" eingefunden. Diesmal, fast jeder italienische Ort hat aus alter Tradition und im Gedenken an Galileo Galilei seine astronomische Gruppierung, wurde die Veranstaltung von der G.A.M., der Gruppo Astrofili Masesi, ausgerichtet.
Langsam geht die Sonne unter. Das blaue Meer wird blutrot und zögernd erscheint am dämmrigen Nachthimmel der Mond als schmale, kaum wahrnehmbare Sichel. Vereinzelt werden Sterne erkennbar und plötzlich, - nicht unerwartet -, wird der Komet am beharrlich dunkler werdenden Himmel sichtbar.
Mittlerweile ist die Nacht vollkommen hereingebrochen und je dunkler der Himmel wurde, um so imposanter trat der Komet in Erscheinung. Erst schemenhaft, dann immer prägnanter, tritt der lange Schweif aus Ionen hervor und ebenso gut erkennbar wird die Koma, die Gashülle, die den Kopf des Kometen umgibt. Schon mit unbewaffnetem Auge ist der Komet deutlich zu betrachten und je tiefer die Nacht wurde, um so plastischer zeichnet sich der Komet in all seiner Pracht am Nachthimmel ab.
Währenddessen ich über den Kometen nachdenke, haben sich doch noch viele Menschen am Steg eingefunden. Die Profis unter den Astronomen haben ein computergesteuertes Starfinder 16 Teleskop von Meade aufgestellt. Hier ist der Andrang der Interessierten natürlich sehr goß, denn jeder weiß das er dieses Schauspiel nie mehr erleben wird. Jeder will somit einen Blick vom Kometen erhaschen. Auch ich stelle mich an, denn mein kleines Fernglas, zumal es kein Nachtglas ist und zudem nur eine kleine Brennweite hat, ist doch recht begrenzt.
Und endlich komme auch ich an die Reihe: Beim Anblick des Kometen schießt mir unwillkürlich ein Oh durch den Kopf, denn das was ich sehe ist wirklich außergewöhnlich beeindruckend. Deutlich erblicke ich den Kopf des Kometen mit der Koma, die ihn wie einen Heiligenschein umgibt. Ich sehe Dank der hohen Vergrößerung des Teleskops den ständigen Ausstoß von Staub- und Gaspartikeln, die sich zu den schwachen Strukturen der verschiedenen Schweife formen. Leider konnte auch dieses technische Wunderwerk an Teleskop nicht die ganze Bandbreite von Erscheinungen zeigen, die sich beispielsweise innerhalb der Koma abspielen. Die Jets, Streamer und Enveloppen blieben für uns unsichtbar. Hierfür wäre noch ein größeres Teleskop nötig gewesen. Aber auch ohne diese Phänomene war für mich als Laien der Blick durchs Teleskop auf den Kometen ein gigantisches Erlebnis.
Viel zu schnell war jedoch wieder alles vorbei und das obligatorische Fingertippen auf meine Schulter riß mich aus den aufkeimenden Träumen. Auch der Rest der Anwesenden wollte natürlich einen Blick zum Kometen werfen. Trotzdem trennte ich mich nur sehr schwer von der imposanten Erscheinung. In Gedanken an den Kometen trat ich den Heimweg an. Langsam wurde mir bewußt das das was ich sah eine Einmaligkeit war. Eine Ausnahmeerscheinung, die viele Generationen nach mir nicht mehr sehen würden.
Die Heimat der Kometen
Die Heimat der meisten Kometen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Kuiper-Ring und die Oortsche Wolke. Zumindest werden von professionellen Astronomen dort die meisten kometenartigen Objekte entdeckt. Im Jahr sind dies durchschnittlich immerhin 5 Stück.
Der Kuiper-Ring ist ein scheibenförmiger Bereich am Rande unseres Sonnensytems, in dem sich unzählige eishaltige Himmelskörper aufhalten und als »schmutzige Schneebälle« ihre Bahn ziehen. Dieser Ring beginnt theoretisch in unmittelbarer Nähe der Umlaufbahn des Pluto. Je weiter er sich aber vom Pluto entfernt, um so mehr erstreckt er sich nach oben und geht in die sogenannte Oortsche Wolke über. In erster Linie haben im Kuiper-Ring die kurzperiodigen Kometen (vermutlich Halley) ihren Ursprung.
Die Oortsche Wolke ist eine kosmische Region, von der vermutet wird, daß sie unser gesamtes Sonnensystem umgibt. Sie enthält schätzungsweise ca. 100 Milliarden Kometen. Durch Beinahezusammenstöße mit anderen Himmelskörpern oder durch Beeinflussung durch deren Schwerkraftfelder, können diese Gesteinsbrocken zu Kometen werden und in ihrer angestammten Bahn so drastische gestört werden, daß sie infolge dieser Störung eine unvorhersehbare Bahn einschlagen. Eine Richtung, die diese Vagabunden des Universums auf ihrer Reise oftmals geradewegs ins innere des Sonnensystems führt und dann direkt in die Tiefe des Alls.
Hier, in der Oortschen Wolke, haben die langperiodischen Kometen ihren Ursprung. Vermutlich hat auch der kosmische Wanderer Hale-Bopp vor Jahrtausenden seinen langen Trip hier durch das Universum aufgenommen, denn er gehört zu jenen Kometen, die das Sonnensystem nicht nur durchqueren, sondern auch verlassen, spurlos in den Tiefen des Alls verschwinden und dann auf ihrer hyperbolische Bahn den Weg zurück ins Sonnensystem finden, - wenn -, ja wenn sie nicht vorher in einem anderen Sonnensystem auf irgend einen Planeten stürzen, zerschellen und dort für katastrophale Verhältnisse sorgen.
Aussehen und Zusammensetzung der Kometen
Vereinzelt, insbesondere wenn Kometen ins innere unseres Sonnensystem vordringen, dadurch zwangsläufig mehr Sonnenstrahlen empfangen und daraufhin das Eis auf der Oberfläche der Kometen sublimiert wird, erreichen sie eine derartige Helligkeit, daß sie der Beobachter gelegentlich, wie den Kometen Hale-Bopp, sogar mit bloßem Auge sehen kann. Denn der aus ironisierten Gasen bestehende Schweif ist bei den imposantesten Kometenerscheinungen manchmal mehr als 250 Millionen Kilometer lang. Der Schweif von Hale-Bopp, der größte Komet der seit 20 Jahren die Laufbahn der Erde kreuzte und auch in absehbarer Zeit höchstwahrscheinlich der größte bleiben wird, hatte immerhin eine Länge von nahezu 100 Millionen Kilometern.
Der exakte Beobachter kann überdies zwei Schweife voneinander unterscheiden. Einerseits ist dies der schon erwähnte Ionenschweif, andererseits ein Staubschweif. Die Schweife selbst bilden sich dadurch, weil die entmaterialisieren Eismassen des Kometen ununterbrochen Staub- und Gaspartikel in den Weltraum hinausschleudern. Das Gas wird dabei ständig ironisiert und kann deshalb vom Sonnenwind in entgegengesetzter und in vollkommen gerader Richtung zur Sonne weggeweht werden. Der Staubschweif hingegen wird nicht vom Sonnenwind beeinflußt. Ein Grund warum er Fächerförmig aussieht und sich in entgegengesetzter Richtung zur Bewegungsrichtung des Kometen zeigt. Ausgangspunkt dieses Phänomens ist der sogenannte Kern, der im Kopf des Kometen liegt
Der Kern eines Kometen kann zwischen 1 und 1000 Kilometern groß sein. Er besteht in aller Regel aus gefrorenem Gestein, Eis und verschiedenen Gasen. Umgeben wird der Kopf des Kometen durch eine nebelige Gashülle. Diese Gashülle, überwiegend bestehend aus Wasserstoff, hat verschiedentlich einen Durchmesser von 104 bis 105 Kilometer. „Hale-Bopp", so schreibt der Spiegel (14/97, Seite 217), „beeindruckte die astronomisch seriösen Himmelsforscher alleine schon durch seine schiere Masse. Die fliegende Frostkugel ist größer als die größten Berge der Erde. Mit einem Durchmesser von 40 Kilometern enthält er - in gefrorener Form - mehr Wasser als die Ostsee. Kaum wurde je ein solches Schwergewicht am Firmament gesichtet."
Die Nacht vom 23. Juli auf den 24. Juli 1995
Obwohl der Komet das letzte Mal im Jahre 2213 v.d.Z. die Erde passiert hat, ihn mit Sicherheit auch schon damals Menschen beobachteten und diese ihn sogar mit recht großer Wahrscheinlichkeit in der Bibel verewigt haben, ist er von der Menschheit im Laufe seiner langen Wanderschaft vergessen worden. In der Nacht vom 23. auf den 24. Juli wurde er von den Astronomen Alan Hale (Cloudcroft/New Mexiko) und Thomas Bopp (Phönix/Arizona) jedoch wieder entdeckt und der Mythos um ihn ist zu neuem Leben erweckt.
Unabhängig voneinander beobachteten ihn die beiden Astronomen bei seiner Rückkehr, als er, in unmittelbarere Nähe des Kugelsternhaufens M70 im Sternbild des Schützen, als ein schwach leuchtendes Objekt auftauchte. Ein kleines unscheinbares Gebilde, das das Aussehen eines Nebelwölkchen hatte und das sich nur durch seine relativ schnelle Bewegung zu den anderen Himmelskörpern als Komet identifizieren ließ. Alan Hale sagte beispielsweise in einem Interview mit der Zeitschrift Star Observer (2/97, Seite 39), daß er sofort gemerkt hat, daß an dieser Region am Himmel etwas „nicht in Ordnung" sei.
Nach mehrmaliger Überprüfung anhand gebräuchlichen Sternkarten und nach Rückfrage bei der IAU, der International Astronomical Union, waren sich beide sicher - sie hatten einen neuen Kometen entdeckt. Eigenständig voneinander und nach den notwendigen Kontrollen, die sicherstellen sollten das es an dieser Stelle des Himmels keine katalogisierten Objekte gab und das sich der betreffende Gegenstand selbst gegen den Hintergrund des Sternenhimmels bewegte, meldeten sie ihre Entdeckung der IAU - Alan Hale lediglich 20 Minuten vor Thomas Bopp. Die IAU würdigte die beiden Entdecker des Kometen dadurch, daß sie, in der Reihenfolge der eingegangenen Meldungen, ihm den Namen Hale-Bopp gaben.
Kometen - Himmelskörper auf Kollisionskurs
Geht man in der Vergangenheit der Menschheit zurück, dann müssen wir zugeben, daß die Panik der Menschen nicht unbegründet ist, denn sowohl auf dem Planeten Erde und dem Mond, als auch auf anderen Planeten unseres Sonnensystems, finden ständig derartige Katastrophen statt. Erst im Jahre 1994, als der vom Ehepaar Carolyn und Eugene Shoemaker und David Levy und nach ihnen benannte Komet auf den Jupiter stürzte, wurde uns allen wieder bewußt, daß kosmische Zusammenstöße eben doch nicht ins Reich der Phantasie gehören. Astronomen konnten recht exakt beobachten, wie die bis zu 20 Kilometer großen Brocken, - aufgereiht wie auf einer Perlenkette -, in die Atmosphäre des Jupiter eindrangen. Aber Jupiter ist keine Ausnahme. Wie wir heute wissen, gab es auch auf unseren Nachbarplaneten derartige Einschläge. Die gesichteten Krater auf dem Merkur, der Venus du dem Mars zeigen deutlich, daß Kollusionen mit Himmelskörpern ganz normal sind.
Betrachten wir uns beispielsweise unseren Mond, dann finden wir kaum einen Platz, der noch nicht von einem Kometen, Asteroiden oder Meteor getroffen wurde. Astronomen haben auf der uns zugekehrten Mondseite über 10000 Einschlagskrater zählen können. Viele von ihnen enthalten sogar in ihrem Inneren wieder kleinere und größere Krater, die wiederum darauf hindeuten, daß die selbe Stelle mehrfach getroffen wurde. Selbst die Mondrückseite, dies konnten NASA-Fotos dokumentieren, zeigen deutliche Einschagsspuren auf. Es entsteht beim Anblick des Mondes der Eindruck, als wäre er im Lauf der Zeit einem regelrechten Bombenhagel ausgesetzt gewesen.
Bleibt man auf der Erde, dann finden wir auch hier eine Fülle von Kratern, die auf einen Zusammenstoß mit einem dieser himmlischen Rowdies zurückzuführen sind. Der Sudbury-Krater in Kanada, der Vredefort-Krater in Südafrika, der Meteorkrater von Arizona und auch das Nördlinger Ries sind berede Beispiele, die mit aller Deutlichkeit aufzeigen, mit welchen gigantischen Kräften zu rechnen sind, wenn eine derartige Kosmobombe auf der Erde einschlägt.
Die Auswirkungen dieser Kräfte würden exorbitant sein. Für Sekunden, vielleicht sogar für Minuten würde der Himmel in blendendes Licht getaucht werden, die Luft würde sich schlagartig erhitzen und ein fürchterliches Dröhnen würde überall hörbar sein; eine glutheiße Druckwelle würde um den Erdball fegen, die Erde würde von Erdbeben und Vulkanausbrüchen erschüttert werden und womöglich, vor allem wenn sich der aufgewirbelte Staub und Dreck in der Atmosphäre ausbreitet, wir das Leben auf dem Planeten Erde ein jähes Ende nehmen. Aber dies ist ein apokalyptisches Szenario, das sich vorwiegend bei einem Meteoreinschlag ereignen würde. Kometen sind vergleichsweise harmlose Gesellen, denn ihr Kern besteht im Gegensatz zu den festen Kernen von Meteoren und Asteroiden meistens nur aus lockerer Substanz. Dr. Richard West, wissenschaftlicher Mitarbeite der Europäischen Südsternwarte ESO meint in einem Interview mit Zeitschrift Bild der Wissenschaft (7/94, Seite 62), daß sich der Kern eines Kometen schon beim Eintritt in die Erdatmosphäre in seine Einzelteile auflöst. Wirklich gefährlich könnten deshalb nur große Kometen der Erde werden. Hale-Bopp wäre ein solcher Komet gewesen, aber er zog es vor die Erde nicht zu berühren.
Die Zeit danach
Der Schweifstern Hale-Bopp ist, in einem Abstand von 194 Millionen Kilometern zur Erde und runde 40 Millionen Kilometer weiter als die Sonne von der Erde entfernt ist, weitergezogen. Er setzte seine Rundreise in die Tiefe des Universums fort. Und, daß von vielen theatralisch angekündigte Finale der Welt, der schon in den Mythen angekündigte Weltbrand, ist nicht eingetroffen! Die Welt ist nicht, im vorab von Wahrsager und Astrologen prophezeiten Inferno, in Millionen und Abermillionen Stücke zerborsten. Keine gigantische Druckwelle knickte Bäume um, keine unerträgliche Hitzewelle ließ die Kleider am Leib verbrennen, keine haushohe Flutwelle folgte der Bahn des Kometen, keine überdimensionale Explosion verursachte einen Hitzeblitz, der an die Ausmaße der Atombombe von Hiroschima erinnerte und kein einziges Leben starb in der ankündigten, aber dennoch wieder einmal nicht eingetroffenen Pestilenz. Die Menschheit hat nicht, wie in der Zeitschrift Spiegel (14/97, ab Seite 212) marktschreierisch postuliert, daß Horrorgesicht des Weltalls gesehen.
Das gelegentlich publizierte Horrorszenarium blieb aus und das Desaster, - der böse Stern - zog am Planeten Erde vorüber, ohne jegliche Spuren zu hinterlassen. Astrologen, UFO-Gläubige und Katastrophensüchtige wurden, - wie so oft -, Lügen gestraft, weil keines der vielen Endzeitszenarien eintraf. Die 39 Menschen, die beispielsweise in den USA einer Weltuntergangssekte angehörten und den Panikmachern verfallen waren, womöglich sogar glaubten, daß durch den Kometen Hale-Bopp die apokalyptischen Reiter entfesselt und, losgelöst von ihren kosmischen Ketten, die Welt und den Menschen vernichten würden, haben sich ganz umsonst das Leben genommen. Denn der Komet Hale-Bopp war, was professionelle Astronomen ganz exakt vorausberechnet hatten, für den Planeten Erde alles andere als ein Vorbote apokalyptischer Kataklysmen.
Selbstredend das auch kein saturnähnliches Raumschiff extraterrestrischer Invasoren im „Windschatten" des Kometen zur Erde kam und alle Verschwörungstheorien aus den Reihen der UFO-hörigen entpuppten sich im Nachhinein als abenteuerliche Chimären. Einzelne Autor haben schnell noch ein passendes Buch auf den Markt gebracht, dabei recht geschickt mit den Ängsten der Leser gespielt und mit dem vorgetragenem Pseudowissen so manche schnelle Mark gemacht. Für so manche fragwürdige Illustrierte diente Hale-Bopp offensichtlich lediglich als himmlische Werbekampagne ihrer unausgegorenen Endzeit- und UFO-Utopien und das der Jahrtausendkomet Hale-Bopp mit Nibiru, dem Planeten der Anunnaki identisch sein soll, kann jetzt mit Fug und Recht bezweifelt werden. Hale-Bopp war viel harmloser als viele wahrhaben wollen und das einzige, daß diesen Kometen für uns Laien so bewunderungswürdig macht, ist einzig und alleine sein prachtvolles Aussehen.