Die Technisierung der Zeugung

Besprochen von Dieter Vogl


In dem Buch "Die Technisierung der Zeugung" von Elke Barbian und Giselind Berg, die beide an der Technischen Universität Berlin tätig sind, wird der Entwicklung der In-Vitro-Fertilisation in der Bundesrepublik Deutschland nachgegangen. Vornehmlich dokumentiert es "auf der Grundlage einer empirischen Untersuchung die Entwicklung der klinischen Anwendung der IVF in quantitativer wie in qualitativer Form und ergänzt sie durch eine medizin- bzw. techniksoziologische Analyse der Kontextbedingungen".

Die in dem Buch vorgestellten Ergebnisse wurden von einer interdisziplinären Forschergruppe erbracht, die in den Jahren 1989 und 1992 an einem Forschungsprojekt teilnahmen, das von der Technischen Universität Berlin durchgeführt wurde. "Dabei gelang es, auch jene Teams miteinzubeziehen, die ihre Ergebnisse bis dahin nicht publiziert hatten". Dadurch ist "eine für den Untersuchungszeitraum umfassende Dokumentation zustandegekommen". Wobei der Interpretationsspielraum bei Indikationsstellung und Erfolgsmessung, die persönliche Motivation der in diesem Feld tätigen Berufsgruppen sowie die ethisch-rechtlichen Rahmenbedingungen Schwerpunkte der Analyse darstellen.

Das Buch liefert folglich Ärzten, Psychologen, Biologen und auch dem Pflegepersonal in der Sterilitätsbehandlung Hinweise auf einige, nicht immer sichtbare Aspekte dieser Behandlungsform. Es richtet sich darüber hinaus an Personen, die aus persönlichen oder beruflichen Gründen an detaillierten Informationen interessiert sind."

Besonders wertvoll ist dieses Buch für den betroffenen Personenkreis in der Bundesrepublik Deutschland, vor allem deshalb, weil bislang die Anwendungsbedingungen der In-Vitro-Fertilisations-Methode in der BRD nicht in systematischer Weise beschrieben wurde. Insofern liefert das Buch ein Insiderwissen, das für Fortpflanzungsmediziner und für kinderlose Ehepaare in gleicherweise neue Perspektiven eröffnet.