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Grundzüge der Gentechnik Besprochen von Dieter Vogl |
Mit dem Buch "Grundzüge der Gentechnik", stellt uns die Autorin Mechthild Regenass-Klotz, ein Buch vor, das nicht nur theoretisiert, sondern anhand von ganz konkreten Fallbeispielen ungemein praxisbezogen ist. Und dieses Buch kommt gerade richtig, denn nachdem alle Welt über die Vor- und Nachteile der Gentechnologie diskutiert und unter anderem die französischer Regierung erst kürzlich eine ganze Reihe von Freilandversuchen untersagt hat, tut schnelle und umfassende Aufklärung not. Zeigt es sich doch immer wieder, dass die Gentechnik, schon in ihren Grundzügen und oftmals sogar ganz bewusst, mißverstanden wird. Viele Menschen, die sich an dieser Diskussion beteiligen, argumentieren offensichtlich aus dem Bauch heraus. Denn kaum jemand weiß wirklich etwas über den Umfang und die eigentlichen Ziele der Gentechnik. Mit diesem Manko räumt das durchweg allgemeinverständlich geschriebene Buch vollständig auf!
Man könnte nun meinen, nachdem das Buch von einer promovierten Molekularbiologin geschrieben wurde, die im Biozentrum Basel und im Jackson Laboratory in Bar Harbor, Maine, USA, tätig war, dass man den Bock zum Gärtner gemacht hat. Weit gefehlt, denn die Autoren geht mit der Thematik äußerst behutsam um. Sie versucht dabei klarzustellen, dass die derzeitige Diskussion über die Gentechnik nicht mit ideologischen, sondern mit sachlichen Argumenten geführt werden muss. Dabei versteht sie es geschickt, die Vorteile in ein günstiges Licht zu rücken. Was dieses Buch besonders empfehlenswert macht, ist der Umstand, dass die Autorin auch über die möglichen Risiken schreibt. Und sie vergißt auch nicht, ein weiterer Pluspunkt, die Ethik mit ins Spiel zu bringen.
Tatsache ist, dass schon heute eine ganze Palette von Produkten sehr erfolgreich "in der Medizin und der Diagnostik, in den Argrarwissenschaften, in der Lebensmitteltechnologie aber auch in zahlreichen Bereichen des täglichen Lebens verwendet" wird. Und ebenso müssen wir es als Tatsache betrachten, dass "seit der Einführung des ersten gentechnisch hergestellten Medikaments im Jahre 1983", "sich die Gentechnik in rasanter Weise zu einer Schlüsseltechnologie in der Grundlagenforschung, in der angewandten Forschung und der Wirtschaft entwickelt" hat.
So ist die Gentechnik aus dem täglichen Leben, um nur ein Thema aus diesem Buch aufzugreifen, fast schon gar nicht mehr wegzudenken, denn "eigentlich ist schon mit der Züchtung transgener Nutzpflanzen der Weg der Gentechnik in unser tägliches Leben gebahnt worden". "Nutzpflanzen wie Mais, Reis oder Soja bilden einen Grundstock für unsere Ernährung und sind außerdem noch an der Weiterverarbeitung von Lebensmitteln direkt beteiligt." Das Buch zeigt uns aber noch mehr. Es weißt uns darauf hin, dass nicht nur im Käse genetisch veränderte Enzyme zu finden sind. Sie werden bereits von Bäckern, in der Waschmittelindustrie, in der Leder- und Papierverarbeitung und sogar in der allseits beliebte Jeans verarbeitet.
Wer heute noch glaubt, der "stone-washed Look" seiner Jeans käme dadurch zustand, dass man für das Bleichen der Hosen Steine in die Waschmaschine zu den Jeans wirft, um diesen Effekt zu erhalten, der sollte das Buch von Mechthild Regenass-Klotz unbedingt lesen. Die Lektüre des Buches wird dann mit Sicherheit dazu beitragen, dass der Leser befähigt ist, "eine sachbezogene, verantwortungsvolle Diskussion um diese Technologie zu führen [...], denn die Verantwortung", um die Autorin zu zitieren, "liegt allein beim Menschen."
Autor: Mechthild Regenass-Klotz
Titel: Grundzüge der Gentechnik
Verlag: Birkhäuser
Seiten: 140
Abbildungen: 13 Farb- und zahlreiche SW-Abbildungen
ISBN: 3-7643-5790-8