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Vom Nierenstein zum molekulargenetischen Defekt Besprochen von Dieter Vogl |
Das Buch "Vom
Nierenstein zum molekulargenetischen Defekt" von Frau Dr. Birgit S. Gathof,
die an der Medizinischen Poliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München
tätig ist, befasst sich ausführlich mit dem
Adenin-Phosphoribosyltransferase-Mangel und dem
Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase-Mangel. Diese Defekte, durch die
Harnsäuresteine entstehen, werden zu einem Teil "durch genetisch
determinierte Enzymdefekte im Purinstoffwechsel verursacht". In diesem
Zusammenhang ist das Buch "die erste umfassende Darstellung der klinischen
und molekulargenetischen Ergebnisse bei diesen Enzymdefekten".
Nachdem das Buch auf
einer Habilitationsschrift der Autorin aufbaut, ist es ausschließlich ein Buch
für den Fachmann und für den Laien, vor allem aufgrund seiner
klinisch-medizischen und molekulargenetischen Fachbegriffe, vollkommen unverständlich.
Der Fachmann wird allerdings seine Freude an dieser Studie haben, denn "die
molekulargenetische Erforschung des APRTase- und HPRTase-Magels in Verbindung
mit dem klinischen Phänotyp liefert einen weiteren Mosaikstein für die kausale
Therapie dieser angeborenen Stoffwechseldefekte mit Nephrolithiasis".
Das Buch von Dr.
Birgit Gathof zeigt mit aller Deutlichkeit wie dringend notwendig es ist, ganz
alltägliche Krankheitsbilder auf ihrer
molekulargenetischen Ebene hin zu erforschen, um erkennen zu können, ob die
Ursache auf einem erbgutbedingten Defekt beruht. Nur so können neue
Therapieformen gefunden werden, die dann letztlich zum Wohle der Patienten
einsetzt werden. Dr. Birgit Gathofs Buch macht deutlich, dass wir diesen
Defekten auch auf eine schonendere Art und Weise zu Leibe rücken können.
"Interventionen zur Steinentfernung waren (neben Amputationen) über viele
Jahrhunderte die einzige – wenn auch oft nur mit geringem Erfolg verbundenen
– operativen medizinischen Maßnahmen. In diesem Zusammenhang war der
Steinschnitt Gegenstand des hippokratischen Eides."
Für jeden Fachmann
ist dieses Buch ein Muss. Insbesondere dann, wenn er sich praxisbezogen mit
Patienten beschäftigt, welche dieses Krankheitsbild aufweisen. Bedauerlich ist,
was jedoch mit dem sachlichen Inhalt des Buches nichts zu tun hat, dass das Buch
kein Register besitzt. Man wird also, sucht man eine bestimmte Stelle, stets zum
Suchen gezwungen. Was auf die Dauer für den Leser sehr ermüdend sein kann. Ein
Manko, was letztlich nicht der Autorin, sondern dem Verlag anzulasten ist, der
sich mit dieser Unterlassung in bester Gesellschaft befindet. Offenbar meinen
heute immer mehr Verlage, man könnte durch diese nicht nachvollziehbare Maßnahme
die Produktionskosten minimieren und Geld sparen. Letztlich verkrault man
dadurch aber nur den Leser, der nach einer gewissen Zeit das Buch frustriert aus
der Hand legt.